Eine bestrickende Idee

Im zweiten Jahr ihrer Existenz hat die Nachbarschaftshilfe Güster Fahrt aufgenommen. Mehr als 35 Güsteraner engagieren sich mittlerweile beim Geben und Nehmen – und unterstützen sich gegenseitig, wenn der eine mal etwas nicht allein schafft oder etwas nicht hinbekommt, was der andere gut machen kann.

(Güster - Nov. 2014) - Das kann mal eine Fahrt oder ein Botengang zum Arzt oder Apotheker sein oder das Blumengießen und Tiere versorgen, neu-deutsch auch Housekeeping, zu Urlaubszeiten. Auch wird durchaus mal der Spaten geschwungen, ein Strauch umgesetzt oder eine Torte gebacken – und aus der kleinen Anfrage, wie man eigentlich Socken strickt, ist gleich ein ganz eigener Kreis begeisterter und interessierter Strickerinnen zusammengekommen, der sich jetzt wiederum selbst regelmäßig trifft. Eine geradezu bestrickende Idee, die sich hier ganz praktisch umgesetzt hat und so ganz nebenbei noch einmal mehr das lebendige Miteinander und gegenseitige Unterstützen stärkt.

Denn dafür ist die Nachbarschaftshilfe vor allem angetreten – sich und seine Fähigkeiten auszutauschen. Anderen anzubieten, was man gut kann und gern mag, und von anderen zu nehmen, was man selbst nicht so gut schafft oder alleine hinbekommt. Und das fernab jedweden finanziellen Interesses. Alles, was gegeben oder genommen wird, ist Zeit – und die setzt sich in so genannte Zeit-Punkte um, ganz konkret einem pro engagierter Viertelstunde. Wenn das eigene Punktekonto mal nicht reicht, kann auch hier getauscht und übertragen oder eine kreative Lösungen für das Wiederauffüllen gefunden werden.

Etwa das Herstellen von Finger-Food, Zwiebelküchlein oder Käsewürfeln für die regelmäßig jeden dritten Mittwoch im Monat stattfindenden Stammtische. Hier wird in offener Runde (jeder, der sich neu informieren mag, ist herzlich willkommen) über die gemachten Erfahrungen und weitere „Anträge“ an die Austausch-Mitstreiter geplaudert, entstehen im kreativen Miteinander immer wieder neue Ideen für sinnstiftende Gemeinschaftsaktionen. So gab es das gemeinsame Aufräumen eines etwas vermüllten Badestrands, der wegen unklarer Besitzverhältnisse nicht von der Gemeinde gepflegt werden kann. Und so wird es den Aufbau eines Informationsstands auf dem Weihnachtsmarkt Güster geben, der gleichzeitig dem Verkauf selbst hergestellter Dinge und einer Spendenaktion dienen kann. Was immer dort zusammenkommt, soll wiederum in Weihnachtsgeschenke für Menschen umgesetzt werden, die nicht so vom Leben begünstigt sind.

Ganz Feuer und Flamme für diese Idee wurden auch flugs noch die Rahmenbedingungen des Ereignisses vom Feuerkorb bis zur Dekoration des Standes ausgebrütet. Denn an Kreativität und Schaffensfreude mangelt es beileibe nicht in Güster – im Kreis der Geber und Nehmer. Wer sich ein eigenes Bild machen will: Der nächste Stammtisch ist am 19. November um 19:30 im Sportlerheim an der Roseburger Straße. Vorab informieren kann man sich bei Beate Dose-Linnich jeden Dienstag zwischen 16:30 und 18:30 in der Bücherei.